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Geschichte von Hamburg
Wie die Freie und Hansestadt Hamburg entstand
Die ersten Behausungen von Hamburg, die geschichtlich nachgewiesen werden konnten, stammen aus dem vierten Jahrhundert vor Christi. Bis zum sechsten Jahrhundert strömten Sachsen in das Gebiet der Nordelbe. Die erste Kirche wurde im Jahr 810 von Karl dem Großen errichtet, damit der heidnische Norden missioniert werden konnte. Das Kastell Hammaburg wurde von 810 bis 820 zur Sicherung der Kirche erbaut. Der genaue Standort der Hammaburg ist bis heute unklar, lediglich ist die Größe bekannt, die 130 x 130 Meter maß und Platz bot für die Marienkirche, den Königshof und die 50-köpfige Besatzung. Der gesamte Norden sollte von dem englischen Erzbischof Ansgar bekehrt werden und so wurde Hamburg der Sitz des Erzbistums. Später wurde der Sitz nach Bremen verlegt, da die Stadt leicht einzunehmen war. Rund um die Hammaburg siedelten sich viele Händler und Handwerker an und ein Marktplatz entstand.
11. bis 19. Jahrhundert
Beim Slawenaufstand 1066 wurden viele Siedlungen in Schleswig, Holstein und Hamburg in Brand gesetzt. Zwar hatte Hamburg bis zu dieser Zeit vier weitere Burgen gebaut, doch die Slawen brannten fast alle Häuser nieder, dabei kamen viele Hamburger ums Leben und die anderen wurden zu Sklaven.
Graf von Schauenburg übernahm im Jahr 1106 als ein weltliches Oberhaupt die Leitung von Hamburg und die Verteidigung der Stadt wurde verbessert. Die weltlichen und geistlichen Oberhäupter besiegten gemeinsam die äußeren Feinde, doch anschließend kam es innerhalb der Stadt zu Streitigkeiten. In de Hauptsache baute der Erzbischof die Altstadt weiter aus und der Graf von Schauenburg konzentrierte sich vermehrt auf die Neustadt. So ist der Graf dafür verantwortlich, dass sich rund um das Nikolaifleet viele Kaufleute niederließen. Mit den Schaunburgern kamen der wirtschaftliche Aufschwung und Reichtum in die Stadt, da der Zoll aufgehoben wurde. Kaiser Barbarossa verlieh Hamburg 1189 die Zollfreiheit und das Marktrecht und das gilt selbst heute noch als die Geburtsstunde der Stadt.
Als 1350 über mehrere Monate die Pest in Hamburg ausbrach, starben wahrscheinlich 6.000 Menschen daran und die Einwohnerzahl reduzierte sich um die Hälfte. Zehn Jahre nach der Pest trat Hamburg der Hanse bei und der Handel blühte in und um Hamburg auf. Damals diente Hamburg der Stadt Lübeck als Nordseehafen.
Die Hinrichtung des Piratenkapitäns Klaus Störtebeker und seiner 73 Matrosen fand am 20.10.1401 auf dem Grasbrook statt. Störtebeker wurde versprochen, dass die Piraten begnadigt würden, an denen er nach seiner Enthauptung noch vorbei gehen könnte. Insgesamt sollen es elf Piraten gewesen sein, die dennoch hingerichtet wurden. Zur Abschreckung für die Bevölkerung wurden die Köpfe auf dem Grasbrook aufgespießt.
Die erste Verfassung in Hamburg trat 1410 in Kraft, als sich die Hamburger gegen die hohen Abgaben und die Eigenmächtigkeiten des Hamburger Rates auflehnen wollten. Für das 15. Jahrhundert war die Verfassung sehr fortschrittlich. Dem Bürgertum wurden sehr viele Rechte eingeräumt, wie beispielsweise, dass niemand ohne eine Verhandlung eingesperrt werden durfte. Ebenfalls mussten die Bürger ihre Zustimmung für eine Kriegserklärung erteilen.
Hamburg zählte im 16. Jahrhundert zu den reichsten Städten in Europa, in diesem Jahrhundert wurde die erste Börse in Deutschland gegründet. Ebenfalls wurden zu dieser Zeit viele Banken und Versicherungen gegründet. Das neue Testament wurde in einer Druckerei angefertigt und die Bevölkerung nahm die Lehren des Reformators Martin Luther gern an. Ohne kämpferische Ausschreitungen fand die Reformation in Hamburg statt.
Geschichtliches über Hamburg
Während des Dreißigjährigen Krieges von 1618 bis 1648 starben neun Millionen Menschen in Deutschland, wobei die Einwohnerzahl vor dem Krieg 17 Millionen betrug. In Hamburg dagegen waren die Verluste sehr gering, mit 21 Bastionen und elf Außenwerken hatte Hamburg stark aufgerüstet. Zur Bürgerwache wurden die Hamburger Männer zwischen 18 und 60 Jahren eingezogen und genauso wurden Nicht-Hamburger angeworben.
1806 wurde Hamburg unter Napoleon besetzt und es trat eine Kontinentalsperre ein, bei der der Handel mit England verboten wurde. Die Folge daraus war, dass Arbeitslosigkeit, Hunger und Elend herrschten. Nach der Niederlage der Franzosen, zogen die Russen 1813 unter der Führung des Obersten Tettenborn ein. Nach kurzer Euphorie bemerkten die Menschen, dass die Stadt auch von den Russen geplündert wurde, um sie dann wieder zu verlassen. Erneut belagerten die Franzosen Hamburg, erst als 1814 die Franzosen wieder abzogen, konnte sich Hamburg erholen.
Durch den großen Brand 1842 in einer großen Zigarrenmacherei am Nikolaifleet brannte ein Viertel der Stadt nieder. Dem Feuer fielen 1.749 Häuser, drei Kirchen und 41 Straßen zum Opfer. Noch heute sind Ausmaße dieses Feuers zu sehen.
1885 wurde der Freihafen gebaut, darin durften die Waren unverzollt gelagert und umgeschlagen werden. Der Freihafen wurde in der Speicherstadt errichtet, dabei mussten ungefähr 24.000 Hamburger zwangsumgesiedelt werden.
Zehn Wochen lang wütete die Cholera 1892 in Hamburg und fast 9.000 Menschen starben daran. Professor Robert Koch, der der Entdecker des Cholera-Bazillus ist, kam in die Stadt, damit er die Krankheit bekämpfen konnte und war von den Elendsvierteln der Stadt entsetzt.
Hamburg entwickelte sich bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts nur innerhalb der mittelalterlichen Stadtgrenzen. Durch die Industrialisierung wuchs die Stadt und es wurden umliegende Ortschaften eingemeindet.
20. Jahrhundert
Nach dem Ersten Weltkrieg sah die finanzielle Lage in Hamburg genauso schlecht aus, wie in ganz Deutschland. Das Geld war nichts mehr wert, die Inflation kam und mit ihr die Weltwirtschaftskrise. In Hamburg übernahm die Regierung ein Senat, in dieser Zeit wurden eine demokratische Verfassung erlassen und eine Volkssouveränität geschaffen, es begann langsam der Aufstieg.
Im Zweiten Weltkrieg wurden bei einem großen Angriff der Briten und Amerikaner im Juli 1943 in nur drei Nächten viele Stadtteile von Hamburg zerstört. Die Freie und Hansestadt Hamburg wurde 1949 ein selbstständiges Bundesland.
1962 traf Hamburg eine große Flutkatastrophe, die 317 Menschenleben kostete. Daraufhin wurden die Deiche auf 7,20 Meter erhöht und bis heute halten sie den Sturmfluten stand.

